Turnerhütte (Turnerova chata)

Turnerhütte - Gesamtansicht Die einzige öffentlich zugängliche Berghütte in der Kernschutzzone des Nationalparks Böhmerwald (Šumava), am Naturlehrpfad Povydří (Widratal) zwischen Antýgl und Čeňkova pila gelegen.

Der Berggasthof wurde 1934 errichtet und blieb in der traditionellen Holzarchitektur des vorigen Jahrhunderts erhalten. Die Hütte bietet ganzjährig Unterkunft und Verpflegung in einer gemütlichen Gaststube mit Kaminfeuer und Sommerterrasse.

Panoramaaufnahme der Gaststube

Panoramatische Innenansicht © www.p3.cz

Im Winter kann man bei uns langlaufen, im Sommer wandern und Pilze sammeln, im Frühjahr und im Herbst inmitten großartiger Natur entspannen.

Tauschen Sie Fernsehen und Handy gegen offenes Kaminfeuer und das Rauschen eines Bergbaches ein - ein bewährtes Heilmittel gegen Sorgen und Alltagsstress.

Unterkunft bieten wir in einem unserer sechs Doppelzimmer an.

Für Extra-Betten findet sich in allen Zimmern Platz. In allen Zimmern gibt es Warmwasser; Duschen und WCs finden Sie am Gang. Übernachtung mit Frühstück möglich.

Gaststube in der Turnerhütte Die gemütliche Gaststube mit Bar ist täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Wir bewirten Sie mit traditionellen Speisen aus dem Böhmerwald und Bier vom Fass (Bernard, Klostermann, Král Šumavy und Velvet).

Auf Kinder wartet im Sommer in einem geräumigen Gehege gleich neben der Hütte ein echter Fischotter.

Wegen der vielen Wanderer einschließlich Schulklassen und Rollstuhlfahrer ist das Radfahren auf dem gesamten Naturlehrpfad Povydří (Widratal), über den die Turnerhütte erreichbar ist, nicht gestattet. Für Fahrradtouristen ist unsere Hütte daher nicht geeignet!

Geschichte

Turnerhütte vor dem Brand von 1932 Die Turnerhütte (Turnerova chata; ursprünglich Thurnerhütte) wurde mitten in der wunderschönen Naturlandschaft des mittleren Böhmerwaldes an der Mündung des Pucherbaches ( auch Haidlerbach; Zhůřský potok) in den Fluss Widra (Vydra) erbaut. Dem Rauschen der Wildbäche verdankt der Böhmerwald übrigens seinen tschechischen Namen Šumava.

Oberhalb der heutigen Turnerhütte in den so genannten Pucherhäng wurde im 18 Jahrhundert Quarzsand für nahe gelegene Glashütten abgebaut. Die Waldstraße entlang des Pucherbaches und der Widra diente der Holzabfuhr.

Im 19. Jahrhundert stand an der Stelle der heutigen Gastwirtschaft zunächst ein schlichtes Blockhäuschen. Dem 1888 veröffentlichen " Führer durch den Böhmerwald" zufolge diente es " dem Strassenmeister als Zufluchtsstätte und Schlafgemach " während des Weiterbaues der Fahrstraße entlang der Widra bis nach Antigel (Antýgl).

Den 1864 begonnenen Straßenbau schilderte auch der Schriftsteller Kar(e)l Klostermann (1848- 1923):

   " Vor rund 20 Jahren baute man hier eine kleine Straße, die entlang der Widra durch das Schachtelei genannte Tal führt; diese kleine Straße; die heute jeder Tourist in guter Erinnerung hat, öffnete eines der malerischsten Gegenden des ganzen Böhmerwaldes; die Bergreichensteiner Gemeinde ließ sie bauen, damit sie der Holzabfuhr aus diesen ihr gehörenden, lange ungenutzen Wäldern dient. Es war damals lebhaft entlang des Flusses; den ganzen Tag lang donnerten die Detonationen der Pulver- oder Dynamitladungen, die das harte Granitgestein rissen, durch das sie Straße geführt wurde."

Vom " Straßenbaumeister Thurner, dem Erbauer der Straße durch die wilde Schachtelei" erhielt laut Innergefilder Überlieferung auch das bereits erwähnte Blockhäuschen seinen Namen. Der " Führer durch den Böhmerwald" stellte bereits 1888 fest, dass " dieses Häuschen (Thurner Hütte) ungemein romantisch gelegen" sei, " weshalb man dem genannten Manne zu Dank verpflichtet sein muss, dass derselbe gerade hier ein paar Tische und Bänke zum Ausruhen für Touristen errichtet hat".

Eines dieser Tische und zwei Bänke sind auch auf den ältesten Postkarten aus den 1880er Jahren zu erkennen.

1908 ließ die Gemeinde Bergreichenstein in typischer Holzarchitektur die Gastwirtschaft " Thurnerhüte" errichten, für die 1909 auch eine Ausschankkonzession erteilt wurde. Die außergewöhnlich schön gelegene Berghütte bot Erfrischungen nicht nur für Holzhauer, sodern auch für immer zahlreicher werdende Touristen.

So wurde die Turnerhütte zu einem viel besuchten Ort, sie diente auch als Ausgangspunkt für Ausflüge in das gesamte Widratal. Ansichten der Hütte aus den Jahren 1922 bis 1940 finden Sie auf der Website Stará Šumava (Alter Böhmerwald).

Zum Pachtvertrag gehörte, dass nur Bergreichensteiner Bier gezapft werden durfte. Die Pächter waren zumeist Frauen, deren Männer als Förster oder Arbeiter in den umliegenden Bergreichensteiner Wäldern tätig waren. Man sprach Deutsch and Tschechisch, wie auch die meisten Besucher. Als Spezialität wurden Forellen geboten, die Fischer aus den umliegenden Ortschaften geangelt wurden.

1932 brannte die Turnerhütte nieder. Über die Brandursache gibt es keine gesicherten Angaben: die Unterreichensteiner Pfarrchronik führt einen schadhaften Kamin an; laut der Tochter des damals ermittelnden Gendarmen aus Unterreichenstein (Rejštejn) fing das zur Forellenzubereitung verwendete Öl Feuer.

Obwohl die Gemeinde Bergreichenstein die Turnerhütte umgehend wiederaufbauen wollte, zog sich das Vorhalben üben mehrere Jahre hin. Schließlich wurde erst 1938 mit dem Bau begonnen, der ein Jahr später großteils abgeschlossen wurde - in jener Form, in der wie die Thurnerhütte noch heute kennen.

Verpachtet wurde die Hütte nur kurzfristig vor Kriegsende. Nach 1945 kam der Fremdenverkehr im Böhmerwald nur allmählich in Schwung. Auch die Turnerhütte wurde neu verpachtet. Nach der KP-Machtübernahme wurde die Hütte kurzfristig verstaatlicht. Später diente die Turnerhütte als Erholungsheim für Mitarbeiter mehrerer ebenfalls verstaatlichter Firmen, in er Gastwirtschaft konnten jedoch auch andere Besucher des malerischen Widratals Rast machen.

Nach den Wende von 1989 ging der letzte halbstaatliche Besitzer Pleite. Der neue Eigentümer hat die Thurnerhütte seit 1998 aufwändig rekonstruiert. Zielsetzung war, der Hütte nach Möglichkeit ihr ursprüngliches Aussehen von 1939 zurückzugeben.

Die Thurnerhütte bleibt bis heute einer meistbesuchten Ausflugsziele des Böhmerwaldes. Sie bietet auch Unterkunft in sechs Zweibettzimmern.

Einstige Tourenkleidung Turnerhütte im Jahr 1947

 

 

 

 

 

Die Umgebung fand auch ihren Einzug in die Literatur. Insbesondere der Schriftsteller Karel (Karl) Klostermann schöpfte aus dieser Gegend zahlreiche Themen und Motive für seine "Böhmerwaldskizzen" und Romane. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg ließ sich hier zeitweilig der Landschaftsmaler Otakar Nejedlý nieder, der zahlreiche Widra-Motive in sein Werk aufnahm. Auch der Maler Josef Navrátil und sein Sohn malten hier.

Holztransport, eine Aufnahme aus dem Jahr 1925 Turnerhütte im Jahre 1926 Bereits 1867 inspirierte das betörende Rauschen des Flusses den tschechischen Komponisten Bedřich Smetana während seines Aufenthalts in Čeňkova pila (Vinzenzsäge) zu seiner symphonischen Dichtung "Die Moldau" (Vltava). Als Gäste des Sägewerkerrichters, des Prager Holzhändlers Čeněk (Vinzenz) Bubeníček, pflanzten dort Smetana und seine Freunde Fichten, aus denen später mächtige Bäume wurden.


 Der Fluss Vydra (Widra) war auch für den bekannten tschechischen Maler Josef Váchal eine wichtige Inspirationsquelle.

Die Vydra - Holzschnitt in Farbe (aus dem Buch »Der Böhmerwald im Sterben und romantisch« von Josef Váchal) Die Vydra, aus den Ufern getreten, 1933

Lage und Anreise

Mapa okolí


Die Turnerhütte befindet sich unweit der tschechisch-deutschen Grenze in einem der schönsten Teile des mittleren Böhmerwaldes. Wildromantisch liegt sie direkt am reißenden Fluss Vydra (Widra), der sich seinen Weg nach Čeňkova pila (Vinzenzsäge) bahnt. An der Hütte kreuzen sich gut markierte Wanderwege, etwa von Čeňkova pila nach Antýgl (Antieglhof) sowie von Horská Kvilda (Innergefild) über Zhůří (Haidl) und Hrádky (Schlösselwald) nach Srní (Rehberg). Kurzbeschreibungen dieser Orte finden Sie hier. Eine virtuelle Wanderung durch das Widratal mit zahlreichen Fotos finden Sie hier ».

Anreise

Die Turnerhütte ist nur zu Fuß erreichbar - über einen bequemen, gut ausgebauten Waldweg entlang der Widra:

Nach telefonischer Vereinbarung holen wir Sie auch gerne in Čeňkova pila ab - im Winter allerdings nur, wenn es die Witterung erlaubt (Schnee, Hochwasser oder Windbrüche können den Weg zeitweilig unbefahrbar machen).

Die beiden Ausgangspunkte für den bequemen Fußweg zur Turnerhütte, Čeňkova pila (Vinzenzsäge) und Antýgl (Antieglhof), sind mit Auto, Bus oder Fahrrad erreichbar.

Auto

Aus Prag über Strakonice - Horažďovice - Sušice - Čeňkova pila.

Aus Pilsen (Plzeň) über Klatovy - Sušice - Čeňkova pila.

Aus Deutschland über Cham - Furth im Wald - Domažlice - Klatovy - Sušice - Čeňkova pila über München - Deggendorf - Bayerisch Eisenstein/Železná Ruda - Sušice - Čeňkova pila über Passau - Philippsreuth/Strážný - Vimperk - Sušice - Čeňkova pila.

Aus Österreich über Wullowitz/Dolní Dvořiště - Český Krumlov (Krumau) - Horní Planá (Oberplan) - Volary - Lenora - Kvilda - Modrava - Srní - Čeňkova Pila.

Bahn

Der nächste Bahnhof ist in Sušice, von wo aus Busse » nach Čeňkova pila fahren.

Aus Prag kommt man über Pilsen und Horažďovice nach Sušice.

Aus Deutschland ist Sušice über Plattling, Bayerisch Eisenstein/Železná Ruda und Klatovy sowie Regensburg, Furth im Walde/Česká Kubice und Domažlice erreichbar.

Aus Wien kommt man über Gmünd/České Velenice, České Budějovice (Budweis) und Horažďovice oder über Linz, Summerau/Dolní Dvořiště, České Budějovice (Budweis) und Horažďovice nach Sušice.

Zugsfahrpläne finden Sie auf den Websites der Tschechischen Bahn (CD) » bzw. des Verkehrsministeriums, der Deutschen Bahn (DB) » und der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ».

Restaurant

Unsere Empfehlungen

Unterkunft – Zimmer und Preise

Für die Unterkunft berechnen wir 900 Kronen pro Nacht im Zimmer ohne eigene Dusche und Toilette sowie 1800 Kronen für das Zimmer mit eigener Dusche und Toilette.
 
·         Für Übernachtungen bieten wir 3 Doppelzimmer an, wobei in einem dieser Zimmer auch ein Zustellbett möglich ist. In allen Zimmern gibt es Warmwasser; Duschen und Toiletten sind am Gang. Preise für Zustellbett ist 300 Kronen.
·         Darüber hinaus bieten wir ein Zwei-Bett-Komfortzimmer mit eigener Dusche und Toilette an; hier sind 2 Zustellbetten möglich; Sat-TV ist ebenfalls vorhanden.
·         Ihr Zimmer können Sie ab 13:00 Uhr beziehen. An Ihrem Abreisetag können Sie Ihr Zimmer bis 10:00 Uhr nutzen.
·         Für Kinder unter 2 Jahren ist die Unterbrinung ohne eigenes Bett kostenlos.
·         Zusätzlich zum Zimmerpreis wird für die Gemeinde Horská Kvilda eine Gemeindeerholungsgebühr von 15 Kronen pro Person/Tag eingehoben.
·         Ihren Hund können Sie gegen einen Zuschlag von 50 Kronen pro Nacht mit ins Zimmer nehmen.
·         Da der Naturlehrpfad Povydří (Widratal), über den die Turnerhütte erreichbar ist, rollstuhlfahrergerecht umgestaltet wurde, ist hier das Radfahren verboten.

 

Essenszeiten

Frühstück von 8:00 bis 9:00 Uhr

Abendessen (à la Carte) von 18:00 bis 19:00 Uhr (später nur nach Vereinbarung).

Contact

Betreiber

Gastrofin, s.r.o., Železná Ruda 437, 340 04 Železná Ruda
IČ: 03992284

Postadresse und Telefon

Turnerova chata
341 93 Rejštejn

Telefon: 00420 702 117 283, 00420 376 599 234
 

E-mail: info@turnerovachata.cz

 

Wie Sie zu uns kommen

Den Weg zu uns finden Sie auf der Seite Lage und Anreise.